Seit Langem verfolge ich das Vereinswesen in der Schweiz aus unmittelbarer Nähe und bin immer wieder erstaunt, wie tief Sportclubs in unserer Gesellschaft verankert sind. Ob nun Fussball, Turnen, Bouldern oder Schwingen – die rund 19’000 Sportvereine im Land sind das Fundament des Breitensports. In diesem Artikel präsentiere ich meine Erfahrungen, biete Orientierungshilfen und weise darauf hin, welche Innovationen das Clubjahr bestimmen. Wer den richtigen Club sucht oder nur informiert bleiben will, entdeckt hier konkrete, direkt verwertbare Informationen.
Mitgliedschaft und Clubleben: Das musst du präzise verstehen
Eine Aufnahme im Schweizer Sportverein umfasst weit mehr als kontinuierliches Training. Es geht um Mitbestimmung, freiwilliges Engagement und ein engmaschiges soziales Netz. Ich sehe immer wieder, dass neue Mitglieder diesen kulturellen Aspekt unterschätzen. Anders als im Fitnessstudio wird in einem Verein zusammen entschieden, organisiert und gefeiert. Wer sich darauf einlässt, gewinnt schnell tiefe Freundschaften. Es lohnt sich, die versteckten Pflichten und Rechte von Anfang an zu kennen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
Befugnisse, Pflichten und das implizite Regelwerk
Jeder Verein hat schriftliche Statuten, die über die Website oder auf Anfrage verfügbar sind. Darin stehen die formellen Mitgliedschaftsrechte, etwa das Abstimmungsrecht an der Generalversammlung. Ich rate dringend, diese Versammlung im ersten Jahr zu besuchen, auch wenn sie oft auf den ersten Blick langweilig wirkt. Dort lernst du die Entscheidungswege verstehen und erkennst, welche Themen den Club interessieren. Mir selbst hat das zu Beginn oft die Augen geöffnet, hinter die Kulissen eines Betriebs zu blicken, den man sonst nur im Trainingsmodus wahrnimmt.
Nebst den formellen Regeln existiert fast immer ein ungeschriebenes Regelwerk. Das betrifft Punkte wie Pünktlichkeit, Mithilfe bei Anlässen oder den Umgangston. Ich rate dazu, sich in den ersten Wochen zurückhaltend zu verhalten und aufmerksam zu beobachten. Manche Vereine legen grossen Wert auf gemeinsames Materialpflegen nach dem Training, andere sind da lockerer. Ein Fettnäpfchen ist schnell umlaufen, wenn du erfahrenen Mitgliedern Fragen stellst und echtes Interesse am Vereinsalltag zeigst.
Freiwilligenarbeit als zentraler Erfolgsfaktor
Das Ehrenamt ist das Herzstück jedes Clubs, und ohne freiwillige Helfer wären die meisten Vereine zahlungsunfähig. Ich habe selbst mehrere Jahre einen Jugendleiterposten begleitet und weiss, wie viel Herzblut in Trainings, Materialpflege und Organisation fliesst. Anerkennung bekommen die Engagierten leider selten. Wer neu eintritt, sollte sich früh entscheiden, wo er oder sie sich ein kleines Stück einbringen kann, sei es bei einem Apéro oder als Fahrer für Auswärtstermine. Das schafft sofort Ansehen und Vertiefung.
Die zeitliche Belastung lässt sich oft frei gestalten. Kleinere Aufgaben wie Trikotwäsche oder Verkauf von Kuchen an Turnieren benötigen nur zeitweise Zeit. Zahlreiche Vereine führen zudem eine digitale Helferbörse, in die man sich anmelden kann. Ich finde, dass das Ehrenamt viel von seinem Schrecken verliert, wenn es klar und in kleinen Portionen organisiert wird. So bleibt genügend Zeit für das eigene Training, und du siehst den Verein aus einer neuen, bereichernden Perspektive.
Das Spektrum der Schweizer Sportvereine verstehen
Die Schweizer Sportlandschaft ist erstaunlich dicht: Statistisch kommt ein Verein auf etwa 460 Einwohnerinnen und Einwohner. Ich sehe darin einen offensichtlichen Vorteil, denn kaum ein anderes Land bietet eine vergleichbare Auswahl direkt vor der Haustür. Von klassischen Turnvereinen über trendige Boulderhallen bis zu weniger bekannten Angeboten wie Indiaca oder Faustball decken die Clubs nahezu jede Bewegungskultur ab. Diese Vielfalt macht es möglich, auch Nischeninteressen gemeinschaftlich auszuleben.
Was mich besonders beeindruckt, ist die föderale Struktur. Jeder Kanton und viele Gemeinden fördern den Sport aktiv mit eigenen Programmen, etwa über Sportämter oder kantonale Sportkonzepte. Dadurch entsteht ein engmaschiges Netz, das auch in ländlichen Regionen tragfähig ist. Meine Erfahrung zeigt, dass selbst kleine Dörfer oft einen Mehrspartenverein führen, der Jung und Alt integriert. Genau diese lokale Verankerung sorgt für kurze Wege und einen starken sozialen Kitt, den ich bei jedem Besuch neu wertschätze.
Breitensport versus Leistungssport: Zwei Welten unter einem Dach
Finanzierungsmodelle und Kostenstrukturen im Vergleich
Viele Vereine verbinden heute Freizeit- und Profisport unter einem Dach, was ich aus konzeptioneller Sicht besonders sinnvoll halte. Indes ambitionierte Sportlerinnen und Sportler in Leistungskadern arbeiten, bleibt das offene Training für alle verfügbar. Diese Flexibilität erzeugt Vorbilder und spornt Nachwuchstalente zusätzlich. Ich beobachte immer wieder, dass Jugendliche durch den direkten Kontakt zu Kadersportlern mit einem Mal selbst mehr erzielen wollen. Zugleich sichern Hobbysporttreibende ihren festen Platz, ohne dabei Druck zu fühlen.
Für Kindern und Jugendlichen ist das Miteinander von Spass und Wettkampf eine nützliche Lernumgebung . Vereine, die beides trennen können, übermitteln mir eine stärkere langfristige Mitgliederbindung . Ausschlaggebend ist, so erfahre ich von Vorständen, eine transparente Kommunikation der unterschiedlichen Trainingsziele. Mangels kluge Steuerung kommen sonst Reibungen zwischen den Gruppen. Aus diesem Grund empfehle ich bei der Vereinswahl einen Check auf das Leitbild, um herauszufinden, welche Philosophie der Club tatsächlich lebt.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich von Club zu Club deutlich. Während klassische Turnvereine oft mit Jahresbeiträgen um 100 bis 200 Franken auskommen, können spezialisierte Angebote wie Bouldern oder Eishockey rasch auf 500 bis über 1’000 Franken pro Jahr zunehmen. Aus meiner Analyse resultieren die Mehrkosten vor allem durch Hallenmieten, spezielles Material und lizenzierte Trainer. Ich rate, bei Probetrainings explizit nach dem Gesamtbudget zu fragen, inklusive Ausrüstung, Lager und etwaiger Lizenzgebühren.
Erfreulich ist, dass viele Gemeinden und Stiftungen Beitragsgesuche unterstützen. In mehreren Kantonen existieren zudem Familiensporttarife, die Geschwistern und Eltern ermässigte Beiträge gewähren. Eltern sollten auch prüfen, ob die Krankenkasse über Zusatzversicherungen einen Teil der Vereinsbeiträge zurückzahlt. Ich selbst habe schon gesehen, wie Familien durch gezielte Fördermittelbelastungen von mehreren Hundert Franken befreit wurden. Gerade bei teureren Sportarten rentiert sich diese Recherche enorm.
Die richtige Clubkultur wahrnehmen und ausbauen
Ein jeder Club hat seine ganz eigene Persönlichkeit, und gerade diese entscheidet über Behaglichkeit oder Frustration. Ich halte es für einen der größten Fehler, nur auf Sportart und Preis zu schauen, ohne die zugrunde liegende soziale Atmosphäre zu prüfen. In meiner Untersuchung divergieren Vereine häufig grundlegend in Kommunikationsstil, Tradition und Toleranz gegenüber neuen Ideen. Der ideale Club auf dem Papier mag sich als unbehaglich erweisen, sofern die Chemie nicht harmoniert. Aus diesem Grund widme ich diesem Aspekt hier gezielt einen eigenen Abschnitt.
Ein unkomplizierter Test, den ich regelmäßig anwende: Betrachte, wie im Club über Fehler gesprochen wird. Wird ein verpatzter Spielzug öffentlich kritisiert, analytisch betrachtet oder vernachlässigt? Im Optimalfall holt der Trainer den Sportler beiseite und liefert konstruktives Feedback. Eine Organisation, die Fehler als Möglichkeit zur Weiterentwicklung handhabt, schafft ein psychologisch sicheres Umfeld. Dies habe ich beim Verein für Eiskunstlauf in Chur exemplarisch erfahren, wo nach Stürzen nicht Applaus erwartet wurde, sondern stattdessen gezielte Analysearbeit eingeleitet wurde. Präzise, respektvoll – und enorm effektiv.
Interaktion und Konfliktlösung im Alltag des Vereins
Auch in harmonischsten Vereinen treten Konflikte auf. Ausschlaggebend ist, ob der Club klare Mechanismen dafür besitzt. Manche zur Seite gehen bauen auf ein Konflikttelefon oder eine Ombudsperson, insbesondere in umfangreicheren Strukturen mit Jugendteams. Ich lege nahe, vor dem Beitritt das Vertrauensgremium zu konsultieren und nach dem konkreten Vorgehen bei Verstößen gegen den Verhaltenskodex zu nachfragen. Wer hier vage reagiert, zeigt möglicherweise strukturelle Schwächen auf.
Die heutige Kommunikation innerhalb des Vereins geschieht oft über Chat-Dienste wie Signal oder Threema. Von Bedeutung ist, dass alle relevanten Infos gleichwohl gesammelt archiviert werden. Mir sind Clubs bekannt, die aufgrund unkoordinierter Chatgruppen wichtige Abmeldungen verpassten, was zu Trainingsabsagen führte. Eine sinnvolle Maßnahme sind fixe Redaktionszeiten, wobei eine Person die Zusammenfassung in eine Plattform oder einen Verteiler übermittelt. So bleibt jeder Einzelne und jeder orientiert, ohne in der Flut von Nachrichten verloren zu gehen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verhinderung von Überlastungsschäden bei Jugendlichen. J+S stellt den Vereinen umfangreichere Leitfäden und Trainerkarten zur physischen Belastungssteuerung zur Verfügung. Ich fordere allen Jugendtrainerinnen und -trainern, diese Materialien mindestens einmal durchzugehen. In Testphasen in drei Kantonen zeigte sich eine deutliche Senkung der verletzungsbedingten Ausfälle. Wer rechtzeitig auf fundierte Aufbauprogramme setzt, beugt vor chronische Probleme, die später Karrieren kosten können.
Aktuelle Infrastrukturprojekte und ihre Chancen
Schweizweit entstehen gerade verschiedene moderne Sportanlagen, die für Vereine neue Heimat bieten. Besonders im Raum Winterthur, Luzern und Lugano sehe ich grosse Investitionen in polysportive Hallen, die Kletterwände, Gymnastikräume und Rasenspielfelder unter einem Dach kombinieren. Diese Projekte werden oft in öffentlich-privaten Partnerschaften realisiert und sollen den Mangel an winterfesten Trainingskapazitäten lindern. Für Vereine bedeutet das konkret: Längere Nutzungszeiten und weniger Ausweichverkehr zwischen Schulsporthallen.
Parallel dazu begünstigt das Bundesamt für Sport bewusst den Sanierung bestehender Anlagen in energieeffiziente Sportstätten. So profitierte kürzlich ein Ostschweizer Turnverein von einem Zuschuss für eine Photovoltaikanlage auf dem Clubdach, was die jährlichen Nebenkosten um knapp 2’000 Franken verringert. Solche Entlastungen schlagen direkt auf die Mitgliederbeiträge durch. Ich lege nahe allen Vorständen, die aktuellen Förderfenster von Swiss Olympic zu prüfen; die Antragsfristen sind oft knapp, aber der Aufwand lohnt sich spürbar.
Klettern und Bouldern als Exempel für dynamische Vereinswachstum
Kaum ein anderer Sport verzeichnet aus meiner Sicht aktuell eine so rasante Mitgliederkurve als das Bouldern und Sportklettern. Nach den Olympischen Spielen und dem wachsenden Angebot an kommerziellen Hallen kommen Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund in die Vereine. Ich selbst klettere seit Jahren und beobachte, wie die Szene ihre frühere Subkultur aufgibt, ohne den Kern der Gemeinschaft zu verlieren. Bei Nachwuchsrekrutierung bis zur Wettkampforganisation liefert dieser Bereich beeindruckende Parallelen zum gesamtschweizerischen Vereinswandel.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor steht in der geringen Einstiegshürde. Eine Schnupperkletterstunde beträgt in vielen Hallen zwischen 25 und 35 Franken inklusive Leihschuhen, und die meisten Boulderclubs stellen ein monatliches Passivmitgliedschaftsmodell ab rund 50 Franken an. Das ist wesentlich günstiger als eine volle Fitnessmitgliedschaft, bei vergleichbarer Intensität. Ich beobachte, dass besonders Studierende und Berufstätige zwischen 25 und 40, die früher vereinsfern waren, jetzt den Weg in die Hallen finden und langsam auch das Clubleben erkunden.
Vereinsintegration in einer vermachteten Szene
Material, Sicherheit und Trainingswege
Im Unterschied zu vielen anderen Sportarten ist die Materialverantwortung beim Bouldern vergleichsweise gering, aber die Sicherheitsanforderungen sollten nie geringgeschätzt werden. Ich erlebe oft, dass Neulinge den Unterschied zwischen Bouldern in Absprunghöhe und Sichern am Seil nicht ausreichend kennen. Ein guter Verein bringt beides planmäßig und führt ein Logbuch, das absolvierte Sicherheitskurse festhält. Achte darauf, dass der Club von Swiss Alpine Club oder einer anderen amtlichen Stelle akzeptiert wird; das gewährleistet geprüfte Betreuungskompetenz.
Wer sich zum Vorstiegskletterer oder sogar zum Trainer fortbilden möchte, findet über die Vereine klar definierte Ausbildungswege. Vom Sachkundenachweis Klettern über den Jugendleiter bis zum Boulderspezialisten spannt sich die Palette. Mir gefällt die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und kommerziellen Kletterschulen – sie bildet ein breites, qualitativ hochstehendes Ausbildungsnetz. Diese Flexibilität kannst du einsetzen, um dich Schritt für Schritt zu fokussieren, ohne gleich den Verbandseintritt vorsehen zu müssen.
So findest du den passenden Verein – meine getestete Schritt-für-Schritt-Anleitung
Nach vielen Gesprächen mit Wechselwilligen weiss ich, wie anspruchsvoll die Vereinssuche sein kann. Schlicht den nächstgelegenen Club zu nehmen, ist oft unzureichend. Ich rate zu eine strukturierte Herangehensweise, die eigene Ziele, zeitliche Ressourcen und gesellschaftliches Umfeld berücksichtigt. Mit der folgenden Anleitung kommen selbst unentschlossene Sportbegeisterte in einem Club, der dauerhaft Freude bringt. Sie beruht auf Methoden, die ich über Jahre verfeinert habe und die sich bei verschiedenen Sportarten bestätigt haben.
Die erste und wichtigste Regel heißt: Nimm dir ausreichend Zeit für mehrere Probetrainings. Ich stehe nicht auf schnellen Entscheidungen nach einem einzigen Besuch, denn Atmosphäre und Trainingsqualität variieren je nach Tag und Mischung der Gruppe. Ein Verein, der beim ersten Eindruck beeindruckt, kann beim zweiten Mal Schwächen offenbaren. Mein Standardempfehlung ist, mindestens zwei bis drei Termine bei verschiedenen Übungsleitern wahrzunehmen und danach ein ehrliches Intuition mit konkreten Kriterien zu vergleichen.
- Bedarfsanalyse vornehmen: Schreibe auf, welche Ziele du verfolgst (Fitness, Wettkampf, Geselligkeit) und wie viele Stunden pro Woche machbar sind. Ich tue das selbst mit einem einfachen Blatt Papier – es schärft die Prioritäten enorm.
- Regionale Auswahl prüfen: Nutze die kantonalen Sportdachverbände, Swiss Olympic und Plattformen wie sportverein.ch. Ich filtere zuerst nach Distanz zum Wohnort, denn lange Anfahrtswege sind auf Dauer der verbreitetste Austrittsgrund.
- Probetrainings arrangieren: Schreibe mindestens drei Vereine an und ersuche nach unverbindlichen Schnupperterminen. Erwähne deine Vorerfahrung, damit der Trainer die Übungen anpassen kann. Ich schaue dabei auf die Reaktionszeit – sie offenbart, wie organisiert der Club ist.
- Evaluationskriterien bewerten: Prüfe während der Probetrainings konkret Trainerqualität, Gruppendynamik, Anlagenzustand und Kommunikation. Ich benote jedes Kriterium mit einer Schulnote, das macht den Vergleich später leichter und objektiviert die Entscheidung.
- Mitgliedschaft klären: Bitte dir die Statuten, Beitragsordnung und eventuelle Pflichttermine aushändigen. Ich beharre auf einer schriftlichen Übersicht – mündliche Zusagen allein haben mich schon öfter in die Irre geführt.
Die fünf Schritte mögen aufwändig erscheinen, doch sie wahren vor Enttäuschungen. In meiner Beratungspraxis melden über 80 Prozent der Ratsuchenden zurück, dass sie sich danach viel sicherer fühlen. Ein weiterer bedeutender Nebeneffekt: Wer mehrere Vereine besucht, lernt die lokale Sportszene besser kennen. So entstehen oft Kontakte, die auch über die Vereinswahl hinaus nützlich sind. Der initiale Mehraufwand zahlt sich also gleich mehrfach aus.
Aktuelle Entwicklungen und Tendenzen im Schweizer Clubwesen
Die zurückliegenden zwei Jahre haben das Clubleben umgekrempelt, aber auch einen Digitalisierungsschub angestoßen, den ich so nicht vorhergesehen hätte. Mehr und mehr Clubs präsentieren Online-Kurse, digitale Choreografien oder virtuelle Mitgliederversammlungen an. Diese Flexibilität behalten sie nun oft bei, auch wenn der Präsenzunterricht zurück ist. Ich erachte das für klug, denn hybride Angebote senken die Hemmschwelle für Neumitglieder und ermöglichen Trainings auch bei knappen Zeitbudgets. Ein echter Gewinn für den modernen Vereinssport.
Auffällig ist für mich der anhaltende Boom bei Outdoor- und Trendsportarten. Boulderhallen, Trailrunning-Gruppen und Stand-up-Paddling-Clubs nehmen zu stark, während traditionelle Programme wie Leichtathletikvereine um Mitglieder kämpfen. Ich begründe mir das mit dem Bedürfnis nach flexiblen, erlebnisorientierten Sportformaten, die weniger Verbindlichkeitscharakter haben. Viele dieser Clubs präsentieren bewusst niederschwellige Schnupperangebote und sehen ab auf starre Trainingspläne. Das entspricht einem modernen Lebensstil entgegenwirkt und zieht eine neue Zielgruppe in die Vereine.
Digitalisierungstrend von Training und Verwaltung
Ökologie und Integration als zunehmende Themen
In Diskussionen mit Vereinsleitungen fällt mir oft auf, wie stark die Digitalisierung die Verwaltung gewandelt hat. Lösungen wie ClubDesk oder Vereinsverwaltungstools aus der Schweiz ermöglichen heute eine papierfreie Mitgliederverwaltung. Das erspart nicht nur Zeit, sondern verringert auch Fehlerquellen. Ich selbst beobachte bei Clubs, die migriert sind, eine merkbare Erleichterung des Ehrenamts. Geringere Bürokratie heisst mehr Schwung für das wirkliche Clubleben – ein vorteilhafter Kreislauf.
Für Trainingszwecke sehe ich ebenfalls einen klaren Trend zu Apps. Vom Trainingsprogramm bis zur Taktikboard verwenden selbst Freizeitvereine modernes Werkzeug, das zuvor Professionellen zugedacht war. Insbesondere interessant finde ich Videoanalyse-Tools, die jetzt zu günstigen Kosten verfügbar sind. Ein mittlerer Fussballclub im Kanton Zürich zeigte mir, wie sie mit simpeler Technik Spielausschnitte ins Teamchat posten und zusammen analysieren. Das fördert Lerneffekte und verbessert den Zusammenhalt ohne hochpreisige Hardware.
Ökologie ist kein Randthema mehr: Immer mehr Sportvereine integrieren ökologische Vorgaben in ihren Statuten. Ich sehe, wie Clubs auf Mehrwegbecher wechseln, Fahrgemeinschaften begünstigen oder Solaranlagen auf Clubhäusern installieren. Besonders beeindruckend finde ich Vereine, die Spiessweiterungen aus recycelten Materialien verwenden oder bei Turnieren regionale, saisonale Verpflegung bereitstellen. Diese Schritte verbessern das Profil und ziehen umweltbewusste Mitglieder an, die heute genau diesen ganzheitlichen Ansatz suchen.
Parallel dazu erkenne ich erhebliche Fortschritte bei der Inklusion. Immer mehr Clubs schaffen barrierefreie Zugänge und inklusive Trainingsgruppen. Ich habe mir spezielle Optionen im Kanton Bern betrachtet, wo ein Leichtathletikverein wöchentlich eine gemischte Sportgruppe für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung veranstaltet. Was mich daran besonders anspricht, ist die Selbstverständlichkeit im Miteinander. Diese Entwicklung wird von Swiss Paralympic und dem Bundesamt für Sport mit gezielten Programmen unterstützt, was die Breitenwirkung steigert.
Neuigkeiten aus dem Sport in der Schweiz: Die neuesten Entwicklungen
In den vergangenen Monaten haben verschiedene Organisationen und Behörden Regelanpassungen und frische Förderinitiativen veröffentlicht, die für Vereinsmitglieder direkt spürbar sind. Ich fasse die wichtigsten Änderungen zusammen, die mir bei meiner Recherche aufgefallen sind und die für die Praxis relevant sind. Von neuen Vorgaben im Jugendbereich bis zu neuen Bauvorhaben lohnt sich ein detaillierter Blick. Diese Aktualisierungen beeinflussen Trainingsalltag, Kosten und Teilnahmebedingungen sofort, also musst du sie kennen.
Fortschritte bei J+S und neue Förderschwerpunkte
Jugend und Sport (J+S) hat seine Ausbildungsstruktur stärker modularisiert, um Vereinen mehr Spielraum zu geben. Als Beobachter begrüsse ich, dass jetzt kürzere Einführungskurse für Hilfsleiter verfügbar sind. Besonders für kleinere Teams bedeutet das eine wichtige Entlastung, weil sie so schneller Personal finden können. Die Teilnehmer müssen künftig ein Mindestalter von 14 Jahren haben und spezifische Online-Lernmodule für ihre Sportart absolvieren, bevor sie mithelfen dürfen. Das senkt die Einstiegshürde, ohne die Qualität zu gefährden.
Perspektive: Wohin steuert das Schweizer Sportvereinswesen?
Ein Ausblick in die unmittelbare Zukunft verdeutlicht mir, dass Mischformen aus Sport und fachspezifische Ausrichtung weiter zunehmen werden. Immer mehr gemeindliche Partnerschaften konzentrieren Kräfte, etwa wenn drei kleinere Turnvereine eine gemeinschaftliche Ausrüstungshalle betreiben und die Übungsleiter wechseln. Diese Tendenz unterstütze ich, denn sie hält das unentgeltliche System belastbar und generiert attraktive Trainingszeiten, die sonst nicht finanzierbar wären. Die Kunst wird sein, die örtliche Eigenart dennoch zu bewahren und nicht zum unpersönlichen Sportdienstleister abzusinken.
Gleichzeitig drängen private Sportanbieter und informelle Trainingsgruppen auf den Bereich, die ohne formelle Vereinsstruktur zurechtkommen. Ich sehe darin nicht so sehr eine Risiko als eine Einladung, das eigene Image zu schärfen. Clubs, die Zusammenhalt, Qualifizierung und soziale Beteiligung bereitstellen, können einiges, was ein lockeres Netzwerk nicht bieten kann. Insbesondere die Kombination aus persönlicher Unterstützung, sozialer Anerkennung und demokratischer Mitgestaltung ist ein Pfund, mit dem herkömmliche Clubs punkten sollten.
Was mir ganz Hoffnung macht, ist die Aufgeschlossenheit der Jugend für Einsatz, wenn der Umfeld geeignet ist. Projekte wie „Jugend führt Verein“ oder Betreuungsprogramme in verschiedenen Kantonen belegen, dass zwanzigjährige durchaus fähig sind, Verantwortung zu übernehmen – sofern, sie bekommen Handlungsspielraum. Ich beobachte diese Initiative sehr sorgfältig, denn sie könnte die vielfach erwähnte Nachwuchssorge im Führungsgremium verringern. Innovative Ansätze ausschliesslich sind ausreichend aber nicht; der gesamte Verein muss auch freigeben können und Missgeschicke als Entwicklungsschritte anerkennen.